Redestudien II

Fragmente - Text & Bild Felix Hölter - Oktober 2018 bis Mai 2019
"... weil dir Zeichen sagen, dass gerade irgendjemand was sagt", sagte ich.
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„Am schlimmsten ist es, dass es mir keiner glaubt“, sagte ich leise zu ihnen, „dass ihr Götter seid, niemand will’s wahr haben.“ Anton schmunzelte etwas, es verwirrte mich und versuchte mich zu erklären: „Nicht dass ich es allem und jedem sagen würd’… aber…“
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… „Habe geträumt dass ich meine Brille verloren habe und deshalb eine alte trug“, flüsterte sie mir ins Ohrs, zärtlich und sachte,“allerdings waren es zwei Brillen auf einmal.“ Ihr Kichern! „Eine der Brillen gehörte Johannes und – glaub’s mir oder nicht – dann habe ich sogar drei Brillen getragen: zwei halbe, die sich gegenseitig flickten und eine kleine Sonnenbrille hing auch noch daran, wie ein Schmuckstück an einer Halskette.“ Ich war baff.

„Danach habe ich geträumt, dass mein Vater in dem Supermarkt, in dem ich arbeite, einen Terroranschlag begehen will“, gluckste sie,“er schmuggelt eine Bombe hinein und nur mit Hilfe von Johannes, der sich später auch noch als Polizist verkleidet, kann ich die Bombe unschädlich machen.“ Ich bemerkte, dass mich die Erzählungen ihrer Träume satt machten. Und ich bemerkte, dass ich Lust hatte, mich zu laben, zu überfressen, zu schlingen bis ich platzen würde. „Ging es noch weiter?“, wisperte ich genötigt durch meinen erregten Hunger.

Sie blies mir lächelnd durch ihre Zähne ihren Atem auf die Wange wie ein Küsschen. „Ich war dann plötzlich in einem alten Schulgebäude. Aber ich konnte meine Klasse nicht mehr finden, nur einen blonden Jungen. Der sah aus wie Johannes und er hatte eine kleine Walther dabei. Aber statt weiterzusuchen, wollte ich mir ein Band für das Festival kaufen. Das Band war zu kurz und ich musste mich in dem Kiosk auf eine Bank legen, damit mir die Besitzerin das Band befestigen konnte. Dabei flirtete sie unablässig mit mir.“ Sie schnaubte vor Entzücken und ich seufzte unheimlich tief, aber sie wurde schnell ganz ernst und flüsterte weiter: „In dem Moment sehe ich an der Mauer gegenüber der Bank ein riesigengroßes Loch in der Wand klaffen. Darin schoben sich Schicht um Schicht Hunderte, Tausende Wespen, Bienen und Hornissen übereinander. Die Kioskbesitzerin sagte etwas, ganz erstaunt, und starrte in mein Ohr. Sie hatte die Walther in der Hand.“ Sie machte eine kurze Pause. Ich verdrehte meine Augen, dass man nur noch das Weiße sehen konnte. „Ich wachte in diesem Moment auf, weil ich ein lautes Summen gehört hatte“, schloss sie ihre Traumnovelle und schlief ein. …

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Julia sagt: „Ein Steinchen rollt über den Boden.“

„Pärchen tragen sich gegenseitig“, sagt Kurti entschlossen.

Orhan sagt bekümmert: „Du bist ein arrogantes Arschloch.“

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Anton krümmt sich: Larissa hatte gerade erzählt, dass in der Herrentoilette im ersten Stock, hinten bei den Theologen, genau da, wo die ganzen Theos mit dem Logos vom Theo logieren, da würde regelmäßig gecruist, was das Zeug hielt. So sehr, dass die ganzen hochwürdigen Theosophen-Sophisten und, unter uns gesagt, nicht nur Theo-Philen Philister-Fister vor lauter Entsetzen überlegt hätten, sämtliche Herrentoiletten im Trakt zu schließen. Dem Anton brachen die Perlen aus den Tränensäcken.
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Als ich gerade aussteigen wollte, hörte ich ihn singen:

Somebody is craving tonight.
Somebody can’t cope with his cravings tonight.

Roten Kopfes stolperte ich aus dem Fenster.

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Dramatiker Möller, erhitzt, siedend:

Sieh dir deine Hände. Beschreibe den Inhalt deiner Hände. Kennst du jetzt das Unbekannte?

Theresa, seiend:
Möller, ich flehe dich!

Dramatiker Möller, sprudelnd, dampfend:
Wie bekannt sind dir deine Hände?

Der Herrenchor „Stil.Leben“, mit stolz geschwellten Brüsten:
Vor einem Abgrund siehst du das Bekannte!
Du kannst dich abwenden vom Abgrund!
Deine Augen sind gereizt vom vielen Sehen!
Das Leben reizt sich aus vom vielen Sehen!
Vom vielen sehen kennst du reizende Augen!
Deine Augen sind gereizt von reizenden Augen!

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„Es bleibt unversöhnlich.“ usw.
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©2020 Felix Hölter.

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